Mildenitz und Warnow. Eine Faltbootreise in Mecklenburg.

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Kloster Dobbertin

Am Anfang sah die Mildenitz gut aus, wenn auch wenig Wasser da war, aber es reichte noch zum Paddeln:

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Am Ende sah der Fluss auch wieder gut aus:

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aber der größte Teil sah leider so aus:

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Die Mildenitz war aufgrund der umgestürzten Bäume,

nicht zu befahren –
führte dann durch einen Kanal unter einem Feld weiter, weil der Bauer den Kanalbau nicht unterstützte, mit dem dieses Wasserkraftwerk betrieben werden sollte:

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– das aber zu keiner Zeit rentabel war und nur stinkiges Wasser hinterließ.

Die Mildenitz war kein Vergnügen.

Die Stadt Sternberg
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„Schildbürger“ in der Stadt Sternberg. Als erstes begrüßte uns die Russenmafia, die am gegenüberliegenden Seeufer angelte. Streit zwischen Paddlern und Anglern war nichts Neues, aber das der Russe mit der Flinte drohte, war ein höheres Zank-Level. Wir zelteten auf einem städtischen Kanurastplatz. Den Schlüssel dafür holten wir uns von der Kassiererin in der Badeanstalt nebenan. Dort konnten wir duschen und Fahrräder ausleihen. Die Leute waren freundlich. Ein pensionierter Busfahrer von nebenan erzählte uns von dem Ärger in der Stadt mit der Russenmafia auf der einen Seeseite und Nazis, die sich am Badestrand auf der hiesigen Seite trafen. Die Stadt hatte ein Asylbewerberheim, das von der Bevölkerung unterstützt wurde. Sie hatten ihre Innenstadt restauriert und die Finanzen saniert. Dann kamen die nicht eingeladen „Gäste“ mit denen die Stadt nicht fertig wurde und vereinnahmten die Ufer des Sees.
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In der Nähe von Sternberg bauten Archäologen ein Slawendorf wieder auf. Sie fanden hier im Wasser liegend ein „Einboot“; einen frühgeschichtlichen Baumstamm als Kanu, der in der Mitte ausgehöhlt war.

Es war gleichzeitig eine Kultstätte, ein Marktplatz und eine Verarbeitungsstätte für Filzprodukte, Holz, Getreide und Fisch. Im Dorf war zu sehen wie Arbeit und Wohnen zusammen gingen.

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Die Warnow

Etwas flottere Strömung war im Warnow Durchbruchstal. Dort lag der eine oder andere Stein, den es zu umfahren galt.
In der Warnow war genügend Wasser und sie war als Wiesenfluß auch am Anfang gut befahrbar.

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Dann zelteten wir in Bützow. Dort waren wir als Paddler nicht gern gesehen. Der Betreiber der Seekneipe, wo die Honoratioren der Stadt sich trafen und vom Urlaub in Kuba erzählten, wollte den Rastplatz für Kanuten nicht mehr betreiben, wollte ein gehobeneres Publikum wie er am Nachbartisch den Lokalpolitikern laut erzählte. Am nächsten Morgen schickte uns die Stadtverwaltung früh um sieben Uhr einen Rasenmäher auf die Wiese, der mähte stur zehn Meter neben unserem Zelt. In Bützow gab es Drachenbootfahrer, die über den See trommelten, korrupte Honoratioren, den sturen Rasenmähermann, einen kommandierenden Sportlehrer auf dem Sportplatz nebenan. Bützow? – nichts wie weg!
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Dann wurde es nochmal richtig eisig. Wir zelteten auf einer Wiese zwei Kilometer hinter dem Ort Schwaan. Gut das die Sonne aufging.